Freitag, 5. Oktober 2018

Gesehen: Downsizing

Ich habe bisher nie über Filme gebloggt, aber dieser hier beschäftigt mich sehr und daher folgt hier eine Premiere: meine erste Film-Rezension. Ich bemühe mich, meine Rezension möglichst spoilerfrei zu halten, damit der Leser auch nach meiner Rezension den Film noch anschauen kann, ohne schon alles zu wissen. Trotzdem muss ich warnen: Am Ende vergebe ich nur zwei Sterne, und das hat seine Gründe. Wer also vollkommen vorurteilsfrei den Film schauen möchte, der sollte das hier vielleicht erst danach lesen ☻

Es geht um den Film "Downsizing" aus dem Jahr 2017 von Regisseur Alexander Payne mit Matt Damon als Hauptakteur. In den Nebenrollen finden sich große Namen wie Christoph Waltz, Udo Kier, James Van Der Beek und Neil Patrick Harris.

zum Inhalt Es geht um ein einfaches amerikanisches Ehepaar aus dem Mittleren Westen. Paul Safranek und seine Frau Audrey kommen kaum über die Runden und beschließen nach einem Klassentreffen, sich dem neuen Trend gegen die Überbevölkerung anzuschließen: sie wollen sich mit der mittlerweile etablierten wissenschaftlichen Methode auf knapp 13 Zentimeter Größe schrumpfen lassen und ins amerikanische Vorzeige-Camp für "Kleine" namens Leisureland ziehen. Ihr Vermögen ist durch den viel geringeren Verbrauch nun sehr viel mehr wert und sie könnten sich eine Villa mit allen Annehmlichkeiten leisten.

Meinung
Der Plott klang für mich von Anfang an spannend, und die Bilder aus dem Trailer fand ich vielversprechend. So werden neben normal großen Sitzen in Bussen und Flugzeugen auch abgetrennte Bereiche für die "Kleinen" geschaffen, in denen diese dann sicher reisen können. Das Leben im neuen Zuhause im "Leisureland" gleicht dem, das wir auch aus der normalen Größe kennen. Villen, normale Wohnungen und Slums sind ebenso vorhanden wie Tennisplätze, Pools und Büros. Nur manche Dinge unterscheiden sich, zum Beispiel hat Paul zum Rendezvous eine normal große Rose ins Zimmer gestellt, die nun für seine neuen Verhältnisse natürlich überproportional groß erscheint.
Der Prozess des Downsizings wird ausführlich und (relativ) plausibel dargestellt. Auch Pauls Weg nach seiner Ankunft im Leisureland fand ich nachvollziehbar. Leisureland ist durch starke Netze vor Fressfeinden und Insekten geschützt, und trotz der Aussicht auf Reichtum und Wohlstand gibt es auch hier Slums und sehr arme und kranke Menschen.

Im zweiten Drittel treffen wir auf die toughe und Ngoc Lan, eine vietnamesische Widerstandskämpferin, die gegen ihren Willen geschrumpft wurde und sich nun mit Putzjobs durchschlägt und sich für die ärmsten der "Kleinen" einsetzt. Ngoc spricht sogenanntes Pidgin-English, weshalb sie teilweise nur schwer zu verstehen ist.

Und dann beginnt der Film langsam, unlogisch zu werden. Zum Beispiel zuckt ein ansonsten eher fürsorgliche Charaktere plötzlich nur mit den Schultern, als ein Mitbewohner stirbt. Der ansonsten sehr ernst genommene Job kann dann plötzlich doch auch locker von anderen gemacht werden. Und auch sonst gleitet die Story in eine Richtung ab, die ich persönlich absolut überflüssig und an den Haaren herbei gezogen empfinde. Es scheint, als ob die Geschichte bis zur Mitte des Film fertig erzählt war und nun noch mit Biegen und Brechen ein weiterer Handelsstrang hinzugefügt werden musste.

Dabei bleiben so viele Fragen unbeantwortet, die ich sehr viel lieber im Film behandelt gesehen hätte:

  • Wie reagieren die "Großen" im Alltag auf die "Kleinen"? Das wurde nur in Nebensätzen erwähnt, hätte aber sehr gut viel weiter in dem Film verarbeitet werden können, zum Beispiel in Form von Konfliktsituationen. Auch das Thema "Größenrassismus" hätte hier gut gepasst. 
  • Haben die "Kleinen" die gleichen Rechte (Wahlrecht etc.) wie die "Großen"? 
  • Welche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat der verringerte Konsum der Geschrumpften? 
  • Welche Auswirkungen auf das Klima und die Natur hat das Projekt?
  • Wer war die komische nervtötende Frau im Ursprungsdorf, bei der alle die Augen verdreht haben? Es gibt offensichtlich eine Vorgeschichte, die hier aber weder angeschnitten noch sonstwie erklärt wird.
  • Wie geht es mit den Bewohner des Ursprungsdorfes weiter? Wenigstens ein erklärender Satz am Ende wäre schön gewesen.
  • Wie geht es mit Paul weiter? Wie lebt er jetzt? Warum hat er seinen ursprünglichen Beruf nicht weiter verfolgt, obwohl es definitiv ein besserer Job wäre als der, den er anfangs gemacht hat im Leisureland? Oder hat er ihn weiter verfolgt und das wird nur nicht gezeigt? Wo wohnt er jetzt? Wie geht es mit seiner Partnerin weiter? Hatte er jemals nochmal Kontakt zu Audrey?

Ihr könnt euch anhand der Vielzahl an Fragen denken, wie unzufrieden ich nach dem Film war. Eine wirklich spannende Idee wurde meiner Meinung nach hier wirklich verhunzt. Nach einem starken Anfang flachte der Film immer mehr ab und am Ende war ich persönlich nur noch frustriert und musste den Kopf schütteln, weil die Protagonisten unlogisch oder entgegen ihrer Natur handelten oder die Geschichte einfach nur noch absurd wurde. Und dann blieb noch so viel ungeklärt, dass es mich wirklich ärgert.

Für den starken ersten Teil des Films und die Idee gebe ich gerne noch zwei Sterne, den Rest hätte man sich dann doch sparen oder anders gestalten können. Echt schade.


Sonntag, 23. September 2018

Gelesen: Tulpenfrieden

Hach ja, das Leben 1.0 kann manchmal ganz schön einnehmend sein. Kaum hat man sich versehen, sind mal eben 4 Monate seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Eigentlich sollte diese Buchbesprechung schon längst online sein, aber als professionelle Prokrastinateurin (Aufschieberin)... nun, ihr wisst schon ;-)

Hier stelle ich euch nun endlich das tolle (nicht mehr ganz neue) Buch von A.C. Sharp vor:


Das Buch wurde freundlicherweise von der Autorin A.C. Sharp kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier findet ihr weitere Informationen: klick. Herzlichen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung
Eine typische Geschichte über das Sterben und Erben. Oder etwa nicht?

Elisabeth Wackernagel ist tot. Ihr Vermögen erbt die Haushälterin. Die Familie ist schockiert.
Als Elisabeths Ehemann noch versucht, mit der neuen Situation klarzukommen, steht ein Detektiv vor der Tür. Der behauptet, Elisabeth sei ermordet worden. Aber von wem? Und woher kommen die Knochen, die der Gärtner auf dem Anwesen ausgräbt?
Während der ehemalige Hausherr Erkenntnisse gewinnt, auf die er lieber verzichtet hätte, entwickelt der Rest der Familie seine eigenen Methoden, um mit der Enttäuschung über das verlorene Erbe fertigzuwerden.
Doch es gibt einiges, das nicht so ist, wie es scheint.(Quelle: https://www.wolkensirup.de/geschafft)

Autor
Die Autorin über sich selbst:
Ich schreibe keine Krimis oder Thriller, sondern fühle mich bei Humor - durchaus schon mal schwarz - bis hin zum burlesken Wahnsinn zu Hause. Wahrscheinlich ein Grund, warum ich keine Bestseller-Autorin werde. Ich glaube, mit diesem Genre ist das allgemein schwierig. Aber es macht trotzdem jede Menge Spaß. Und die ein oder andere Leiche gibt es dennoch.
(Quelle: Amazon)

Das Buch
Das Zaschenbuch hat 308 Seiten und wurde am 23. Februar 2018 auf der CreateSpace Independent Publishing Platform veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir nicht aufgefallen.

Meinung
Nur wenige Autoren schaffen es, dass der Leser mit einem grundunsympathischen Charakter Mitleid empfindet und ihn am Ende sogar ein wenig gut leiden kann. So ging es mir mit dem "Stinkstiefel" Adalbert Wackernagel, ein durch und durch steifer, garstiger und geiziger Mensch, der mit seinen antiquierten, verstaubten Ansichten und seinen zahlreichen Wutanfällen seine Firma fast in den Ruin getrieben hat. Nun ist seine Frau gestorben, und das bringt jede Menge Unannehmlichkeiten mit sich. Gut, die Frau ist tot, aber viel schlimmer ist es, dass die "alte Schabracke" von Haushälterin die dringend für die Sanierung der Firma benötigten Millionen geerbt hat und er sich nun damit abfinden muss, dass sie plötzlich über SEIN Haus und SEIN Geld verfügt. Wo kommen wir denn da hin, jetzt soll er wohl auch noch nett zu der alten Schachtel sein? Und was will dieser seltsame Detektiv, der behauptet, Elisabeth Wackernagel wäre er mordet worden? Schlimm genug für den grantigen Kauz Adalbert, dass ihm nun auch noch seine erwachsenen Kinder und seine Schwester die Ohren voll jammern und alle sich genötigt fühlen, vorübergehend zu ihm zu ziehen, die Famile müsse ja jetzt zusammen halten. Wie soll er denn bei dem ganzen Trubel die Firma retten und die vom Gärtner gefundenen Knochen beiseite schaffen? Armer Adalbert...

Nicht erst seit diesem Buch bin ich Fan von A.C. Sharp, auch die vorigen Bücher "Das forensische Gemetzel" und "Gas und Galle" haben mir schon gut gefallen. Umso erfreuter war ich im Frühjahr diesen Jahres, als es wieder neuen Lesestoff aus dem Hause Sharp zu lesen gab. Und ich wurde auch hier nicht enttäuscht, hat mich das Buch wieder sehr zum Schmunzeln und teilweise lautem Lachen gebracht. Die Autorin schafft es, oberflächlich gesehen normale Geschichten und Todesfälle mit viel Witz und Ironie zu würzen. Was da alles an Geheimnissen und Intrigen ans Licht kommt, ahnt man als Leser lange nicht, und bis zum Schluss gibt es kleine Gemeinheiten und Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen.

Kurzum: ich habe das Buch wieder sehr genossen und freue mich auf Ende Oktober, wenn das neue Buch "Potztausend" erscheint. Absolute Leseempfehlung für alle, die auf leichte Krimis und schwarzen Humor stehen.


Sonntag, 13. Mai 2018

Gelesen: Winterglitzern

Heute stelle ich euch ein Buch vor, das mir sehr am Herzen liegt:


Das Buch wurde freundlicherweise von der Autorin Cara Lindon selbst kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier findet ihr weitere Informationen: klick. Eine Leseprobe kann man sich dort ebenfalls anzeigen lassen. Herzlichen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar und den netten Kontakt ♥ . Trotzdem ist meine Meinung über das Buch davon komplett unbeeinflusst, ich schreibe keine Rezensionen aus purer Nettigkeit sondern nur, was ich persönlich auch so meine.

Beschreibung
Die unabhängige Bree arbeitet als Curvy Model und genießt ihr Single-Leben mit Reisen, spannenden Jobs und leidenschaftlichen Affären. Ein Anruf ihres Vaters ändert alles: Sie muss zurück ins beschauliche Cornwall, um sich dort um das B&B ihrer Eltern zu kümmern.
Den einzigen Gast kennt sie bereits – aus einer unerfreulichen Begegnung in London. Ben, Mitte 30, enttäuscht von der Liebe und gelangweilt vom Job. Er ist sofort von Bree fasziniert, aber sie zeigt ihm anfangs die kalte Schulter.
Bald entdeckt Bree Anzeichen, dass Ben ihr seine wahren Absichten verheimlicht. Als sie seinem Geheimnis auf die Spur kommt, droht alles zu zerbrechen, was zwischen ihnen begann.
Wird Bree ihm verzeihen können oder flieht sie vor der Liebe?
(Quelle: Amazon)

Autor
Cara Lindon ist das Pseudonym einer Bestseller-Autorin, die bereits bei den Verlagen Knaur, Rowohlt und Aufbau sowie im Selbstverlag veröffentlicht hat. Cornwall ist ihr Sehnsuchtsort, den sie mindestens einmal im Jahr besuchen muss, damit Land und Meer ihre Seele streicheln. Cara hat ihren Seelenverwandten bereits gefunden und lebt mit ihm und ihren Katern in einer kleinen Stadt, leider nicht in Cornwall.
(Quelle: vorablesen.de)

Das Buch
Das Taschenbuch hat 260 Seiten und wurde am 8. Dezember 2017 beim Verlag Nova MD veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir nicht aufgefallen.

Meinung
Bree genießt ihr Leben als Curvy Model und lässt es sich richtig gut gehen. Feste Beziehungen sind nichts für sie, dafür gibt es doch viel zu viel Auswahl. Das Verhältnis zu ihren Eltern und ihrem Heimatörtchen St. Barth in Cornwall kann man guten Gewissens als unterkühlt bezeichnen, und sie ist froh, ihr Leben als Single weit weit weg genießen zu können. Doch dann erkrankt ihre Mutter an Krebs und ihr Vater braucht ihre Hilfe im Familienbetrieb, einem B&B, das sich gerade in den Wintermonaten keinen Ausfall erlauben kann. Widerwillig springt Bree im B&B ein und trifft dort auf Ben und seinem süß-chaotischen Hund. Schon bald kann sie beiden nicht mehr widerstehen, doch dann entdeckt sie Bens Geheimnis und nichts scheint mehr wie es war.

Bree ist mir als selber ganz schön curvy mit ihrer entwaffnenden Art schnell sympathisch geworden, und Ben mit seinem Beagle Charlie Brown für mich als "Hundemensch" sowieso. Auch einige der liebgewonnenen Nebencharaktere aus dem ersten Band "Herbstfunkeln" (klick) trifft der Leser hier wieder, wobei das Buch Winterglitzern auch gut ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten Band auskommt und eine in sich geschlossene Geschichte bildet. Nur die Nebencharaktere, die Beziehung der drei Freundinnen untereinander und natürlich der Schauplatz ziehen sich durch alle drei Bände.

Die Handlung ist turbulent und voller Höhen und Tiefen, nicht nur zwischen Bree und Ben. Bree wird nicht wirklich von ihren Eltern anerkannt. Im Gegensatz zu ihr werden die Geschwister in den höchsten Tönen gelobt, und auch ihr Beruf wird von den Eltern nicht gewürdigt. Trotzdem ist sie sofort zur Stelle, als ihre Hilfe gebraucht wird. Ich hätte mir am Ende eine ehrliche Aussprache zwischen den dreien gewünscht, doch das würde vermutlich den Ramen sprengen.

Der Ausflug in die Hundeschule hat mich sehr gefreut, einer der Gründe, warum ich mich an einigen Stellen in diesem Buch selbst wiedererkannt habe. Als "Hundemensch" freut es mich immer, wenn ein wenig hilfreiches Wissen in Sachen Vierbeiner auf unterhaltsame Art vermittelt wird. Natürlich taucht auch eine süße Katze im Buch auf, sonst wäre es nicht Cara Lindon. :-)

Fazit: Ich liebe Winter- und Weihnachtsromane, und wenn auch noch Liebe, Hunde und eine Prise Humor vorkommen, dann ist es einfach perfekt. Genau so erging es mir mit diesem Roman, der locker leicht nicht nur in einer Kuscheldecke auf dem Sofa eine gute Partie abgibt. Ich vergebe von Herzen gerne 5 von 5 Sternen.


Sonntag, 18. Februar 2018

Gelesen: DREAM ON - Tödliche Träume

Was lange währt, wird hoffentlich gut... heute stelle ich euch ein Buch eines tollen neuen Autors vor, das schon seit einiger Zeit bei mir auf der Festplatte schlummerte und gelesen werden wollte. Bedingt durch Krankheit kam ich leider erst jetzt dazu, ich hoffe, Herr Stoltz verzeiht mir meine späte Buchbesprechung.

Es geht um dieses Buch, welches Herr Stoltz selbst mir kostenfrei zur Verfügung gestellt hat:


Das Ebook wurde freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung gestellt, trotzdem spiegelt die Buchbesprechung meine eigene, unbeeinflusste Meinung wieder. Hier findet ihr weitere Informationen zum Buch: klick. Eine Leseprobe kann man sich dort ebenfalls anzeigen lassen. Vielen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung
Eine virtuelle Traumwelt. Schreckliche Ängste. Und eine gnadenlose Jagd.

Träumen per Knopfdruck! Die US-Firma DREAM ON hat eine vernetzte, virtuelle Traumwelt entwickelt, die sich absolut lebensecht anfühlt. Doch über das Unternehmen legt sich ein dunkler Schatten. Die Träumenden werden von ihren schlimmsten Ängsten heimgesucht und grausam gefoltert.

Der Traumdesigner Nick Quentin vermutet ein Virus im System und folgt der Spur durch die künstliche Welt. Doch damit gerät er selbst ins Visier eines skrupellosen Gegners, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Eine gnadenlose Treibjagd zwischen Traum und Realität beginnt…(Quelle: http://nikolas-stoltz.de)

Autor
Nikolas Stoltz arbeitet seit knapp zwanzig Jahren im Marketing und Innovationsmanagement eines internationalen Telekommunikationskonzerns. In dieser Zeit hat er exzentrische Charaktere kennengelernt und irrwitzige Situationen in der modernen Arbeitswelt erlebt, die es wert waren, aufgeschrieben zu werden. Die Vorliebe des Autors für spannende Krimis und technische Innovationen hat zum Erstlingswerk „DREAM ON – Tödliche Träume“ geführt, einem temporeichen Thriller mit Elementen aus Science Fiction, Wirtschaftskrimi und Politdrama. Nikolas Stoltz richtet ein besonderes Augenmerk auf die kontroverse Diskussion rund um den „gläsernen Bürger“ und die allgegenwärtige elektronische Überwachung. Er wurde 1973 in Lübeck geboren und lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Bonn.(Quelle: http://nikolas-stoltz.de)

Das Buch
Das Buch hat als Printausgabe 345 Seiten und wurde am 30. Oktober 2017 als Thriller beim FeuerWerke Verlag veröffentlicht.

Meinung
Protagonist Nick Quentin ergattert nach einigen Rückschlägen scheinbar seinen Traumjob. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, er darf für die amerikanische Firma DREAM ON als Traumdesigner arbeiten. DREAM ON hat eine revolutionären neue Technik erfunden, mit der untereinander vernetzte User ihre Träume selbst mitgestalten und somit ihre eigenen Träume wahr werden lassen können.

Hinter den Kulissen der Firma geht es allerdings eher albtraumhaft zu. Ständige Überwachung der Mitarbeiter, große Anspannung und strenge Sicherheitsvorkehrungen sorgen für Angst unter den Mitarbeitern. Unglücklicherweise wird Nick bei einem Mordfall kurz nach seiner Ankunft bei DREAM ON auch noch zum Hauptverdächtigen, und schnell weiß er gar nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann und wer es eigentlich auf ihn abgesehen hat.

Was für eine Vorstellung: die eigenen Träume wirklich zu erleben und sie nach eigenen Wünschen umgestalten können - so weit weg von der heutigen Realität ist das nicht mehr, und genau das macht dieses Buch so besonders. Der Autor erklärt plausibel und für jeden verständlich, wie diese neue Technik funktionieren soll und welche fantastischen Möglichkeiten sich dadurch realisieren und erleben lassen. Der Wechsel zwischen der echten Welt und der Traumwelt ist optisch durch kursive Schrift (Traumwelt) dargestellt, so gelingt es leicht, zwischen beiden Welten zu unterscheiden. Auch die Abläufe sind gut beschrieben und erleichtern den Einstieg in die Geschichte.

Der Schreibstil war für mich am Anfang allerdings doch etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem die fast durchgehende ICH-Perspektive von Nick war ungewohnt. Auch gab es hier und da fehlende Wörter oder falsche Buchstaben, da sollte nochmal ein Lektor drüber schauen, denn mich reißt so etwas sehr aus dem Lesefluss heraus. Was echt schade ist, denn die Geschichte hat mich dann doch noch sehr gepackt, und ich wollte unbedingt wissen, was nun hinter dem ganzen steckt und wer nun welche Pläne verfolgt.

Nick ist mir persönlich insgesamt ein wenig zu blass geblieben. Ich hätte mir mehr Hintergrundinformationen zu seiner Person und seiner Motivation gewünscht, und ein wenig mehr Kanten und weniger Naivität hätten ihm wohl auch gestanden. Auch waren mir manche Lösungen im Zuge der eigenmächtigen Ermittlung durch Nick und seine Freunde ein wenig zu glatt, das war etwas zu einfach und dadurch manchmal seltsam. FBI-Agentin Lena hingegen tat mir irgendwie leid, sie hat so einen scheußlichen Partner nicht verdient. Nicks Kollegen fand ich interessant, man konnte nie so genau sagen, wer nun wirklich Freund und wer Feind war, das machte es spannend bis zum Ende.

Fazit: nach kleinen Anlaufschwierigkeiten entwickelte sich DREAM ON doch noch zu einem rasanten Thriller, der von mir gerne 4 von 5 Sternen bekommt. Ich bin schon sehr gespannt auf den Nachfolgeband, in dem bestimmt noch das ein oder andere Rätsel aufgelöst wird.


Donnerstag, 18. Januar 2018

Gelesen: Sprache in Bildern: Zahlen, Fakten, Kurioses aus der Welt der Wörter

Nach einer gesundheitsbedingten Zwangpause kann es endlich auf meinem Blog weiter gehen. Ich begrüße alle Leser und Interessierte im neuen Jahr und hoffe, dass ich euch nicht ganz verschreckt habe :)

Starten wir mit einem interessanten neuen Buch, das ich über Literaturtest lesen durfte:


Das Buch wurde freundlicherweise von DUDEN kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier findet ihr weitere Informationen: klick. Eine Leseprobe kann man sich dort ebenfalls anzeigen lassen. Vielen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung
Welche Sprachen haben die meisten Sprecher? Wie buchstabiert man vorschriftsmäßig? Welche Wörter wurden wann in den Duden aufgenommen und welche wurden rausgeworfen? Wie nennen die Deutschen am häufigsten ihre Kinder, Hunde und Katzen? Was sagen die Wörter des Jahres über unsere Gesellschaft?
Überraschende, lustige und skurrile Fakten über die deutsche und andere Sprachen hat das Team von Golden Section Graphics in Grafiken übersetzt. So ist ein ungewöhnliches Buch entstanden, das eine ganz neue Perspektive eröffnet. Sprache ohne Sprache - das geht!(Quelle: DUDEN)

Das Buch
Das Hardcoverbuch hat 112 Seiten und wurde am 7. August 2017 in der Reihe Sprachwissen bei DUDEN veröffentlicht.

Meinung
Bilder sagen oftmals mehr als tausend Worte heißt es. So schafft DUDEN es, das eher trocken anmutende Fach der Sprachwissenschaft in Infografiken und bunten Tabellen verständlich und interessant aussehen zu lassen. Das Buch "Sprache in Bildern: Zahlen, Fakten, Kurioses aus der Welt der Wörter" ist handlich, bunt und übersichtlich unterteilt. So finden sich neben "Buchstaben", "Wörter" und "Namen" auch Kapitel für "die deutsche Sprache" und "Sprachen der Welt". Die einzelnen Kapitel werden nochmal in sieben bis 13 Themen unterteilt, insgesamt finden sich 50 verschiedene Unterthemen im Buch wieder. Neben klassischen Themen wie Buchstabenverteilung, Lieblingsnamen und Sprachfamilien werden auch modernere Themen aufgegriffen wie Emoticons, What's App und (Schein-)Anglizismen.

Interessant fand ich zum Beispiel den Vergleich beziehungsweise die Unterschiede der Buchstabieralphabete zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz. Oder den Bedeutungswandel einzelner Wörter im Kapitel "Geil war nicht immer geil". Nicht so interessant fand ich den Teil über die Entstehung der Laute in Mund und Rachen, Logopäden hingegen hätten daran bestimmt Freude. Einen Einblick hinter die Kulissen des DUDEN gibt es im Kapitel "Wörter", mein liebstes Kapitel war hingegen "Die deutsche Sprache".

Eine Bewertung fällt mir dieses Mal wirklich schwer. Zum einen finde ich den Ansatz, Sprachwissenschaft in Infografiken zu verpacken, wirklich modern, kurzweilig und innovativ. Andererseits wurde ich des Büchleins schnell überdrüssig und ich brauchte beim "Lesen" der Bilder mehrere Anläufe. Einen Wiederlesewert kann ich hier leider kaum erkennen, und einige Seiten habe ich zugegebenermaßen nur überflogen wenn mich das Thema nicht so richtig interessierte. Das Buch beinhaltet meines Erachtens nach eher unnützes Wissen. Kann man wissen, muss man aber nicht.

Fazit: Interessierte Leser vom Fach finden hier bestimmt ihre Freude an den zugegebenermaßen hübsch und abwechslungsreich aufbereiteten Bildern. Für mich als Sprachwissenschaft-Laie ist das Büchlein zum reinschnuppern interessant, das Interesse flaut aber leider viel zu schnell wieder ab. Daher kann ich leider nur neutrale 3 von 5 Sternen vergeben.