Mittwoch, 12. April 2017

Gelesen: Sharj und der Feuerkristall

Heute stelle ich euch wieder Jugendbuch vor, das ich über Literaturtest lesen durfte:


Das Buch wurde freundlicherweise von AH Tales and Stories S.L. kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung
Sharj und José untersuchen den Kompass, den der Elfenkönig Sloma ihnen geschenkt hat, und entdecken dabei einen verborgenen Mechanismus. Wie durch Zauberei transportiert er sie in eine andere Welt: nach Luciera.

In Luciera herrscht, anders als der Name vermuten lässt, ewiges Dunkel. Hier leben Samira, Roma und Alma in großer Angst vor den Dajanen, einem blutrünstigen Vampirvolk, und dessen schrecklichen Anführer Golob. – Wie ist es zu dieser Dunkelheit gekommen? Wie können die Bewohner dort existieren und Nahrung finden? Können sie die Dajanen besiegen? Sharj und José erleben wieder ein spannendes und gefährliches Abenteuer.

Doch auch auf der Erde ist einiges los: Josés Vater waltet seines Amtes als Tierarzt, Mona und Tina sind im Zeltlager. Und Otto erprobt sein Gift – mit tödlichen Folgen?
(Quelle: audreyharings.com)
Autor
Audrey Harings wurde als einziges Kind ihrer Eltern 1969 in Trier geboren.

Schon mit 11 Jahren rezensierte sie Kinderbücher für das ZDF. Damals gab es bis zu 10 Mark für jedes besprochene Buch. Ihre Eltern waren Sänger und schrieben außerdem Schlagertexte, bei welchen Audrey sich schon damals einbrachte. Ihr Vater betreute das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen und war Redakteur einer Fernsehsendung. So schnupperte Audrey schon früh den Duft der Kunst. Als Jugendliche schrieb sie Kurzgeschichten für die Schülerzeitung. Auch betreute sie Lesegruppen für ausländische Kinder. 2016 veröffentlichte sie ihr erstes Buch.

Ihre Passion ist es Kinderbücher für Kinder zu schreiben und zwar nur für Kinder.(Quelle: audreyharings.com, der Text wurde 1:1 von dort übernommen)

Das Buch
Das Taschenbuch hat 308 Seiten und wurde am 7. Februar 2017 als Kinderbuch bei AH Tales and Stories S.L. veröffentlicht.

Meinung
Nachdem ich schon den ersten Band der Reihe (Sharj und das Wasser des Lebens) gelesen und für toll befunden habe, freute ich mich sehr über das Angebot, den zweiten Band zu lesen. Wie schon im ersten Buch fällt das bunt gestaltete Cover direkt ins Auge, und auch im Inneren gibt es Parallelen. Die wichtigsten Personen des Buches sind als kleine Porträtzeichnungen aufgelistet, die man am Anfang größerer Buchabschnitte auch wiederfindet. So weiß der Leser sofort, um wen es vorrangig im folgenden Abschnitt gehen wird. Auch die schön und aufwändig gezeichneten Bilder im Inneren des Buches haben mir wieder gut gefallen.

Die Handlung setzt direkt nach dem ersten Band ein, Sharj und José sind gerade erst wieder aus dem Elfenreich zurückgekehrt und wundern sich über die Eigenarten der beiden Kompasse, die sie von König Sloma geschenkt bekommen haben. Ein kurzer Rückblick klärt den Leser über die vergangenen Ereignisse auf, so dass es nicht schlimm ist, wenn der erste Band nicht vorher gelesen wurde.

Anders als im ersten Band bleiben die Handlungsstränge der normalen Welt und der neuen Welt Luciera jedoch sehr lange getrennt. Erst nach der Hälfte des Buches werden Sharj und José in die andere Welt gezaubert und nehmen dort auch andere Gestalt an. Nach der bis dahin eher dahin plätschernden Geschichte überschlagen sich dann die Ereignisse und auf einmal ist das Buch zu Ende.

Ich hätte gerne noch gelesen, wie sich das Leben nach den Ereignissen in Luciera wieder normalisiert, welche Auswirkungen das Ganz nun hatte. Stattdessen werden Nebenhandlungen erzählt, die absolut nichts zur Geschichte beitragen und schlicht unnötig sind. Sharjs Pflegeschwester Mona geht mit ihrer Freundin Tina in ein Feriencamp. Wir lernen sie dadurch zwar näher kennen, aber warum muss sie mit ihrer Freundin auf dem Weg dorthin unbedingt noch mit zum Arbeitsplatz von Tinas Vater und dort an einem Elektronenmikroskop herumspielen? Abgesehen davon, dass sie keine Ahnung hat, was ein Mikroskop überhaupt ist, so wird der Sinn des Ganzen auch nicht wirklich klar.

Dann gibt es noch einen Handlungsstrang mit Sharjs Pflegeeltern Otto und Claudia, die aus Geldgier Ottos alzheimergeplagte Tante vergiften wollen. Warum das Ganze? Auch das hat nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun.

Dann gibt es einige Punkte, die mich am Buch leider sehr gestört haben. Zum Beispiel wundert sich José über etwas und kommt zu einem Schluss, ein halbes Kapitel später wundert er sich über den selben Punkt, als ob er sich darüber noch nie Gedanken gemacht hätte. Auch gibt es über das Buch verteilt mehrere Rechtschreib- und Wortfehler, das empfinde ich für Leseanfänger als nicht so gelungen. Der Schreibstil an sich ist auch eher hölzern und steif, das habe ich im ersten Buch so nicht empfunden.

Zu guter Letzt wird noch erzählt, wie Josés Eltern bei der Geburt von Hundewelpen in der Nachbarschaft helfen. Die Informationen zum Geburtsvorgang und der Dokumentation dazu fand ich nicht uninteressant, im Gegenteil. Was allerdings nicht geht, ist zu erzählen, dass einer der frisch geborenen Welpen in die benachbarte Pferdebox huscht, dort das Pferd verrückt macht und dann wieder heraushuscht als der Tierarzt zum Schauen rein kommt. Frischgeborene Welpen huschen nicht. Die sind blind und taub und können maximal kurze Distanzen zur Mutterhündin robben, außer riechen wo die Zitze ist, trinken und schlafen können die nichts.

Eine zusammenfassende Beurteilung finde ich sehr schwierig. Das Buch ist auf das Lesealter 8 bis 12 ausgelegt, daher kann man die etwas steife Sprache auch als Vereinfachung sehen. Die Beschreibung der alltäglichen Vorgänge wie Abwaschen, Essen und Koffer packen kann ich auch noch verstehen, darin erkennen sich Kinder wieder. Die vielen überflüssigen Nebenhandlungen, die Fehler und die Kürze der eigentlichen namensgebenden Story wiegt für mich hingegen schon schwer. Aufgewogen wird das nur durch die wirklich schönen Bilder, und dass sie spannende Geschichte aus Band 1 eben fortgesetzt wurde. Ich möchte immer noch gerne wissen wie die Geschichte weiter geht, daher vergebe ich für diesen Band neutrale 3 von 5 Sterne.


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