Sonntag, 8. November 2015

Gelesen: Schneewittchen und die Kunst des Tötens

Ein tolles neues Buch, das ich über Blogg dein Buch lesen durfte:


Das Buch wurde kostenfrei von U-Line zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. Es kann hier bestellt werden: Schneewittchen und die Kunst des Tötens.

Beschreibung
Es war einmal ein Mädchen mit Haut, so weiß, wie Schnee,
Lippen, so rot wie Blut,
Haaren, schwarz wie Ebenholz
… und einer ausgeprägten Vorliebe für BDSM
Und da gab es einen Jäger … der dieses Mädchen über alles liebte
… zum Glück ebenfalls mit einer ausgeprägten Vorliebe für BDSM und reichlich Erfahrung
… zumindest theoretisch, erworben am heimischen PC
Außerdem waren da eine Königin, ein Serienkiller, der obligatorische Glassarg und jede Menge Phobien in einem Berliner Souterrain…
Und es war einmal eine Autorin namens Luci van Org, die daraus eine Geschichte machte. Ganz oft zum Lachen. Und manchmal auch zum Weinen.
Etwaige Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit gewissen anderen, lebenden oder toten Personen aus einer gewissen anderen Geschichte waren dabei selbstverständlich nicht beabsichtigt und wären rein zufällig.
Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist das fesselndste Märchen im ganzen Land?
(Quelle: Blogg dein Buch)

Autor
Luci van Org ist eine deutsche Sängerin, Schriftstellerin, Songwriterin, Musikproduzentin, Drehbuchautorin, Schauspielerin, Moderatorin und Bassistin.
Im Jahr 1994 veröffentlichte van Org unter dem Namen Lucilectric, zusammen mit dem Produzenten Ralf Goldkind, ihr bekanntestes Lied Mädchen. Nach der Trennung von Lucilectric arbeitete sie mit ihrer Band Das Haus von Luci. Mit dieser Band veröffentliche Luci die Alben "Der verbotene Raum" (2003) und "Der Tod wohnt nebenan" (2006, als Beilage zum Kurzgeschichtenband "Der Tod wohnt nebenan"). 2007 gründete sie die Band Üebermutter, die mit provozierenden Kostümen und Texten auf sich aufmerksam macht. Das erste Album Unheil, das sich dem Genre der Neuen Deutschen Härte zuordnen lässt, erschien im April 2008. 2010 gründete sie zusammen mit dem Schauspieler und Musiker Roman Shamov (Rummelsnuff, Weird Fishes) das Indie-Elektropop Duo Meystersinger. Unabhängig von einer Plattenfirma, dafür mit teilweise geldlicher Unterstützung von Musikfans (durch Crowdfunding) brachte van Org 2012 das Album Trost sowie 2014 das Album Haifischweide auf den Markt.

Als Songwriterin schreibt Luci Texte und Songs für andere Künstler, unter anderem für Nena (z. B. beim Album Jamma nich) oder die Bands Eisblume oder Panda. Sie arbeitet auch als Musikproduzentin (z.B. für die Band Panda oder Ex- "Supernanny" Katharina Saalfrank).

Des Weiteren arbeitet van Org als Schauspielerin, Moderatorin, Autorin und Fetisch-Model. Von 1994 bis 2004 war sie Moderatorin der Sendungen Luci in the Sky, "Blue Moon mit Luci" und "Soundgarden" beim Radiosender Fritz. Seit 2000 schreibt sie gelegentlich Kolumnen, unter anderem für die Berliner Morgenpost. Sie war in mehreren Kino- und Fernsehfilmen und Fernsehserien als Schauspielerin zu sehen. Zudem ist van Org auch als Drehbuchautorin tätig. Im Jahr 2007 gab sie darin ihr Debüt und war an einer Folge der Serie Notruf Hafenkante beteiligt. Im Jahr darauf schrieb sie das Drehbuch zu zwei Folgen von In aller Freundschaft, 2011 folgte das Drehbuch zum Kinofilm Lollipop Monster und zur ZDF-Kultur-Miniserie "Heim Herd Hund". Zusammen mit dem Schauspieler Andreas Schmidt schrieb Luci das Theaterstück "Die 7 Todsünden oder die Hochzeit der Wetterfee", das am 26. November 2006 im "Theater am Kurfürstendamm" in Berlin uraufgeführt wurde.

2002 veröffentlichte Luci ihre erste Kurzgeschichte in der Anthologie "Taxigeschichten" (dtv- Verlag), 2006 erschien denn Ihr erster Kurzgeschichtenband "Der Tod wohnt nebenan" im Parthas-Verlag. Im Mai 2013 erschien ihr Debüt-Roman Frau Hölle in der Anti-Pop-Reihe des U-Line/Ubooks-Verlags.
(Quelle: Blogg dein Buch)

Das Buch
Das Printbuch hat 144 Seiten und wurde am 11. September 2015 bei U-Line veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir kaum aufgefallen.

Meinung
BDSM hat ja heutzutage einen eher verruchten, verbotenen oder wahlweise auch perversen Ruf, zumindest bei den "Normalos". Aber dass BDSM auch witzig sein kann, war bisher wohl kaum bekannt. Zum Glück hat Lucie van Org sich dieser Sache angenommen und mit ihrem neusten Buch ein altes Märchen in die moderne Zeit versetzt.

Wer kennt es nicht, das Märchen vom braven Schneewittchen, den sieben Zwergen, dem Jäger mit dem großen Herz, der bösen Schwiegermutter und dem gläsernen Sarg. Alle diese Elemente kommen auch in moderner Form in diesem Buch vor, nur dass die sieben Zwerge gar nicht so klein sind sondern eher ein Haufen rollenspielender Nerds, (Verzeihung, ernsthafter Zwerge,) die nicht hinter den sieben Bergen wohnen sondern im Souterrain eines Berliner Mehrfamilienhauses. Auch Schneewittchen ist nicht die unschuldige Schönheit aus dem Märche,n sondern eher ein toughes Mädel namens Nina, das es faustdick hinter den Ohren und einen Hang zum Anderssein hat. Und auf BDSM steht. Da sich Protagonist Ivo Jäger schon seit Ewigkeiten zu der hübschen Nina hingezogen fühlt, und seit fast genauso langer Zeit aus eigenem Interesse fleißig BDSM-Videos im Internet schaut, fasst er sich ein Herz und beginnt eine kleine Session mit Nina, die allerdings aus Unerfahrenheit und einer Klebebandallergie irgendwie anders ausgeht als erhofft.

Die Hexe wird hier verkörpert durch die berühmte Köchin und Ninas Stiefmutter Regina Witte. Hexe bezieht sich hier weniger auf Zauberkraft, als auf Charaktereigenschaft, denn in ihrer Gegenwart haben vor allem Untergebene nichts zu lachen. Dumm nur, dass sie ein Auge auf Ivo geworfen hat, was so gar nicht auf Gegenseitigkeit beruht, zumal Regina auch noch Ivos Chefin ist.

Und dann gibt es noch den Serienmörder mit dem Glassarg, der still und heimlich Menschen tötet und das auch noch fein säuberlich dokumentiert. Muss ja alles seine Ordnung haben. Sein neustes Opfer macht ihm allerdings gehörig einen Strich durch die Rechnung und bringt den abgebrühten Psychopathen zum Verzweifeln.

Das Buch ist witzig und in einem frischen Schreibstil geschrieben, bei einigen Szenen habe ich herhaft gelacht (die Erklärung mit dem Fußball zum Beispiel). Die BDSM- und Fetisch-Szenen sind eher Nebensache und auch nicht übertrieben fand ich. Insgesamt fand ich das Buch allerdings etwas zu kurz, die Geschichte hätte für mich noch mehr ausgeschmückt werden können. Auch das Ende hätte ich mir insgesamt etwas länger gewünscht. Manchmal wurde man in eine Szene geworfen und die inzwischen vergangene Zeit wurde in einem kurzen Satz abgehandelt. Das ging mir dann zu schnell.

Fazit: das Buch ist mir persönlich zu kurz, es hat mich aber gut unterhalten und zum Lachen gebracht. Ich vergebe daher 4 von 5 Sternen mit einer Leseempfehlung für Liebhaber schrägen Humors.


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