Montag, 19. Januar 2015

Gelesen: Novermbermord

Über Blogg dein Buch und dotbooks durfte ich wieder ein eBook lesen:


Vielen Dank, man kann es hier bestellen.

Beschreibung
Hauptkommissar Martin Velsmann ist ratlos: Eigentlich war er sich sicher, dass ihn nach 37 Dienstjahren nichts mehr überraschen könnte. Doch dann geschieht ein Mord, der alles in den Schatten stellt, das dem erfahrenen Polizist bisher begegnet ist. Am Stausee wird ein Meteorologe auf bestialische Weise getötet. Am Tatort finden die Ermittler eine mysteriöse Nachricht. Wird es Velsmann gelingen, die Botschaft zu entschlüsseln und den Täter zu finden, bevor er ein zweites Mal zuschlagen kann?
(Quelle: Blogg dein Buch)

Autor
Berndt Schulz wurde 1942 in Berlin geboren. Er veröffentlichte zahlreiche Kriminalromane und Sachbücher. Außerdem ist Schulz unter dem Pseudonym Matthias Gerwald als Autor historischer Romane erfolgreich. Er lebt in Nordhessen und Frankfurt am Main.
(Quelle: Blogg dein Buch)

Das Buch
Das eBook hat ca. 288 Seiten und wurde am 28. Oktober 2014 als Krimi bei dotbooks veröffentlicht. Als Printausgabe wurde es schon im September 2005 von Fischer Taschenbuch verlegt. Es lässt sich relativ flüssig lesen, ein paar wenige fehlende oder falsche Satzzeichen sind mir aufgefallen, haben aber im Verlauf der Geschichte nicht wesentlich gestört.

Meinung
Der Roman spielt im November und Dezember des Jahres 2001. Hauptkommissar Martin Velsmann und seine Assistenten Alfons Freygang und Polizeiaspirantin Tosca Poppe jagen einen Mörder, der auf bestialische Weise Menschen im Kinzigtal in der Nähe von Fulda umbringt. Immer wieder steckt der Kommissar und sein Team in einer Sackgasse, bis sie schließlich die entscheidende Spur aufnehmen können.
Das Titelbild des Romans gefällt mir gut, es spiegelt die Stimmung ganz gut wieder. Mit Schnee hätte es mir noch besser gefallen, schließlich schneit es während des Buches immer wieder mehr oder weniger und die Mörderjagd findet ausschließlich im Schnee statt.
Zu den Figuren: Kommissar Velsmann ist 58 Jahre und seit etwa einem Jahr von seiner Frau getrennt, die er aber immer noch liebt. Zu seinen beiden Kindern im Teenager-Alter hat er keinen Kontakt. Beruflich ist er hoch angesehen und wird von seinen Vorgesetzten und Kollegen hoch geschätzt, da er mit Hilfe seiner Spürnase auch unkoventionelle Wege einschlägt, die ihn schließlich zum Ziel führen. In langen Beschreibungen wird seine ziemlich melancholische Gefühlswelt ausgiebig behandelt, was mich manchmal doch ungeduldig werden ließ. Ja, man sollte die Figuren kennen lernen um eine Beziehung zu ihnen aufbauen zu können, aber nach der x-ten Beschreibung seiner Gefühlslage war es einfach genug, da sich seine Gedanken immer und immer wieder im Kreis drehten und kaum etwas Neues dazu kam. Leicht genervt hatte mich auch vor allem in der ersten Hälfte des Buches, dass immer wieder sein rumorender Magen zur Sprache kam was vermutlich den hohen Stress des Protagonisten verdeutlichen sollte. 
Ähnlich nervend fand ich die wiederkehrende Beschreibung von Tosca Poppe, die mehrmals als "maulend", "maulendes Gesicht" und so weiter bezeichnet wurde. Was ich nett fand war, dass sie einigermaßen frech gegenüber ihren Kollegen war, woraus sich das ein oder andere Wortgefecht vor allem mit Freygang ergab. Ansonsten habe ich über Freygang und Poppe nicht viel erfahren, sie blieben eher unscheinbar und blass gegenüber der ausgiebig beschriebenen Gefühlswelt Velsmanns. 
Die Beziehungen und Figuren wirkten auf mich im Ganzen eher "over the top", also zu gewollt und angestrengt. Zu melancholisch, zu frech, zu schlau, einfach zu viel von allem. Auch die Beschreibung von Velsmanns Notdurft im Schnee hätte sich der Autor meiner Meinung nach sparen können, die detaillierte und nicht sehr appetitliche Beschreibung des Vorgangs hing mir noch seitenlang nach.

Ich denke die Story hat viel Potential und ich fand den Plot an sich auch spannend. Gerade das Thema Teufelskult birgt ja viele Möglichkeiten. Leider wurden diese nicht sehr ausgeschöpft, die Geschichte war etwas vorhersehbar und am Ende blieben noch so viele Fragen offen und es gab eben immer wieder Punkte, die mich leicht genervt haben, so dass ich einen leicht bitteren Nachgeschmack behalten habe. Daher habe ich eher gemischte Gefühle zu diesem Buch und bin mir noch nicht sicher, ob ich den nächsten Band lesen werde.

Daher bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen.


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